Moser, Landiswil

Eingebettet in die Hügel des Emmentals liegt der Betrieb der Familie Moser auf 830 Meter über Meer. Bereits in der Ausbildung zum Meisterlandwirten hat sich Markus Moser grundlegende Gedanken für eine Umstellung gemacht und Bio-Varianten durchgerechnet.

 

Mit der Geburt der Kinder ändern sich Ansichten und Schwerpunkte. Diese Erfahrung hat auch die Familie Moser gemacht und die hat den Entscheid der Umstellung sicher mit beeinflusst. Auch die Lohnspritzarbeiten führten zur Überzeugung, dass es unter den Rahmenbedingungen des Emmentals sinnvollere Lösungen gibt als eine Intensiv-Landwirtschaft. Während der Ausbildung zum Meisterlandwirt wurde dann auch schon konkret eine Bio-Variante gerechnet mit der Erkenntnis, dass der Betrieb schon gar nicht mehr so weit weg von Bio ist. Entschieden hat dann schlussendlich die ganze Familie, dass die Umstellung in Angriff genommen werden soll und mit dem Weg Bio möglicherweise auch mehr (Lebens-)Qualität erreicht werden kann oder wie Markus sagt: „Etwas weniger kann auch mehr sein“.

 

Die grössten Herausforderungen erwartet Markus am Markt. So ist zum Beispiel der Absatz der Milch ungewiss: wer nimmt zu welchen Bedingungen in Zukunft die Biomilch? Gibt es Hofabfuhr oder muss die Milch womöglich selber weit geführt werden. Erdbeeren sind im Moment eine Chance und Konsumenten wünschen Bio-Erdbeeren, Kräuter sind eine interessante Nische. Wie wird sich aber der Markt in Zukunft entwickeln? Auch der Anbau der Ackerkulturen stellt natürlich eine Herausforderung dar, insbesondere ausdauernde Unkräuter resp. Ungräser wie Quecken. Hier nützt Markus die Situation mit dem Bruder Jürg, welcher einen Biobetrieb in Worb bewirtschaftet: erstens kann er von den Erfahrungen und zweitens von den bereits vorhandenen Maschinen profitieren. So hat er selber als zusätzliche Maschine nur eine Reihenhackbürste angeschafft, welche auch in Worb zum Einsatz kommt und im Gegenzug kann er dann die Hackgeräte des Bruders brauchen.

 

 

Update Herbst 2017

Tirolerinnen im Emmental

Der Sommer ist vorbei und der goldene Herbst hat im Emmental Einzug gehalten. Die erste Vegetationsperiode unter Bio-Bedingungen ist praktisch vorbei. «Wir hatten ein gäbiges Jahr» fasst Markus Moser das Jahr zusammen. «Das Unkraut im Griff, ebenso die Fäule in den Erdbeeren, wir sind uns aber bewusst, dass das 2017 ein gutes Einstiegsjahr für Bio war.»

Die Vermarktung der Erdbeeren verlief nach eher harzigem Start gut. Bei der angebauten Fläche braucht es einen Absatzkanal über den Grosshandel. Den haben Mosers im zweiten Anlauf in der Obsthalle Sursee gefunden. Bei der Zweitklassware herrschte vor der Saison noch etwas Unsicherheit, was daraus entstehen sollte, resp. wie die zu vermarkten sei. Christine hat daraus Konfitüre gemacht und die Früchte getrocknet, um sie auf dem Markt zu verkaufen. Christine fährt wöchentlich immer am Samstag auf den Frischmarkt nach Thun. Der Aufwand sei gross, der Ertrag decke im Moment die Kosten noch nicht. «Es braucht einfach noch etwas Zeit» meint Christine. Sie ist aber zuversichtlich, dass es gut kommt. Zudem haben sie bereits Himbeeren für das nächste Jahr gepflanzt und planen Süsskartoffeln anzubauen, um das Sortiment zu erweitern.

 

Die Erträge von Dinkel und Weizen waren gut, hingegen haben die Kartoffeln Désirée im Ertrag enttäuscht. Markus schreibt dies den heissen Temperaturen zu. Sehr gut ist der Peterli gewachsen. «Es hat einfach immer gerade gestimmt, kurz nach dem Schneiden der Kräuter hat’s gerade immer zur rechten Zeit geregnet» meint Markus.

 

Im Frühling weideten noch Milchkühe auf dem Betrieb Siegenthal. Das hat sich geändert und hat auch seinen Grund. Nun grasen 10 kleine, eher zierliche Tiere der Rasse «Tiroler Grauvieh» auf den Hügeln. «Mit der Arbeit sind wir an Grenzen gekommen» resümiert Markus und dann hat der Vater noch einen Arbeitsunfall gehabt und ist für längere Zeit ausgefallen. Das war laut Moser der Hauptgrund für die Umstellung, aber auch die Tatsache, dass Markus sehr gerne auf dem Feld im Acker- und Gemüsebau arbeitet und diesen Betriebszweig noch etwas ausbauen möchte. Die Tiere scheinen sich jedenfalls sehr wohl zu fühlen im Emmental und sind schon sehr zutraulich.