Neuenschwander, Farnern

Christoph konnte Anfang des Jahres 2016 den landwirtschaftlichen Betrieb und das Alprestaurant Stierenberg zusammen mit seiner Freundin Gaby in Pacht übernehmen. Im Sommer ist er bei der Alpgenossenschaft als Hirt angestellt und für rund 120 Rinder von 18 Landwirten verantwortlich. Im Winter arbeitet er für ein Forstunternehmen in der Region. Für das Restaurant trägt Gaby die Hauptverantwortung.

 

Für Christoph war von Anfang an klar, dass er den Betrieb auf Bio umstellen will. Der entscheidende Faktor waren die höheren Direktzahlungen und die Aufstellung des Betriebs. Die gesamte Fläche des Betriebs wird als Grünland genutzt. Deshalb erwartet er keine grossen Veränderungen bezüglich der Bewirtschaftung der Flächen. Die Blacken, welche ihm am ehesten Sorgen bereiten, hat er schon im ersten Jahr mechanisch von Hand und nicht chemisch bekämpft.

Der Sömmerungsbetrieb für die Rinder, welcher 45 ha umfasst, wurde nicht auf Bio umgestellt. Dort besteht im Moment noch ein grosses Problem mit dem Sorgenunkraut Blacke.

Die Umstellung auf Bio hat im Dorf Farnern keine grossen Wellen geschlagen. Von sechs Betrieben werden bereits vier biologisch bewirtschaftet. Positive Reaktionen gab es von den Gästen im Restaurant, obwohl das Restaurant separat betrieben wird und die Umstellung des landwirtschaftlichen Betriebs auf Bio keinen Einfluss auf das Restaurant hat. Die Gäste schätzen es aber, wenn im Restaurant Bioprodukte, vor allem Biofleisch serviert wird.

Nachdem der Entscheid gefällt war, hat sich Christoph über weitere Schritte im Internet informiert. Er hat sich bei der Bio Test Agro AG in Münsingen angemeldet. Kurz darauf hat die erste Kontrolle und Beratung auf dem Betrieb stattgefunden. Dort wurde besprochen, ob eine Umstellung überhaupt möglich sei.

 

Update 17. Februar 2018

Mitte Februar, bei trüben und regnerischem Wetter fand der zweite Besuch bei Christoph Neuenschwander in Farnern auf dem Stierenberg statt.

Christoph erzählte, dass er und seine Freundin Gaby sich auf ihrem Alpbeizli richtig gut eingelebt haben und der Stierenberg zu ihrem Zuhause geworden sei. Nachdem die beiden Anfang 2016 den Betrieb in Pacht übernommen haben, brauchte es einige Zeit bis sich die Arbeitsgänge zur Routine entwickelt haben.

Das zweite Jahr auf dem Stierenberg war für Christoph das erste Bio-Jahr. Was ist gut gelaufen? Was war schwierig?

Dazu gab es eine kurze Antwort von Christoph: Es gab für ihn keine grosse Umstellung. Da dieser Betrieb klein ist und kein Ackerbau betrieben wird, hatte die Umstellung kaum Einfluss auf die Bewirtschaftung. Dazu kam, dass die Unkrautbekämpfung bereits im ersten Jahr nach der Übernahme nicht chemisch gemacht wurde.

Der Zukauf von Futter für die Tiere, das heisst vor allem Grassiloballen für die Schottischen Hochlandrinder war nicht ganz einfach. Obwohl im Jahr 2017 im Allgemeinen viel und gutes Futter geerntet werden konnte, war es für Ihn schwierig Futter in Bio-Qualität zu finden. Dies besonders, weil ihm die Kontakte fehlten. Er konnte aber auf die Hilfe eines befreundeten Bio-Bauern aus dem Dorf zählen. Dieser vermittelte ihm einen Kontakt und das Futter wurde geliefert.

Christoph erzählte, dass das Futter welches er seinen Tieren verfüttert nicht alles Bio-Qualität haben muss. Zu einem gewissen Prozentsatz darf das Futter aus dem konventionellen Kanal stammen. Im Falle von Christoph kommt zum Beispiel das Kraftfutter der Pferde oder die Würfel für die Minipigs nicht aus dem Bio Kanal.

Den obligatorischen Umstellungskurs hat Christoph noch nicht besucht. Er möchte dies aber im Frühling 2018 machen.

Zum Schluss betonte Christoph nochmals, dass es sich bei seinem Betrieb mit einer Fläche von etwas über 6 ha Land, um einen sehr kleinen Betrieb handelt. Er betrachtet den Betrieb mehr als Hobby den als Lebensgrundlage. Er hat festgestellt, dass aufgrund dieser kleinen Grösse auch der finanzielle Erfolg durch höhere und mehr Direktzahlungen aus der Bio-Umstellung nicht besonders gross ausfällt.

Bisher wurden keine auf dem Betrieb produzierten Produkte verkauft. In diesem Jahr soll nun das erste Schottische Hochlandrind geschlachtet werden. Das Fleisch wird aber höchstwahrscheinlich nicht verkauft, sondern im eigenen Aplbeizli auf der Speisekarte landen.