Rohrer-Siegenthaler, Höfen bei Thun

Der Hof Weidacker der jungen Familie Rohrer ist in der voralpinen Hügelzone in Höfen bei Thun direkt vor dem Panorama der Berner Alpen gelegen. Im Frühling sind die Wiesen saftig grün und die Kühe grasen ganztags auf der Weide. 

 

Die schwierige Situation auf dem Milchmarkt hat Marc Rohrer zur Umstellung auf Bio bewogen. Ansonsten hätte er vielleicht mit der Milchproduktion aufgehört. So ändert sich nicht viel: Mineraldünger und Spritzmittel wurden bisher sowieso selten eingesetzt. Marc Rohrer geht es aber auch um die Einstellung und darum den Kopf zu brauchen, wenn man ohne diese Hilfsmittel produziert. 

Ein positiver Nebeneffekt der Umstellung ist zudem, dass der fixe Ablieferungszeitpunkt bei der Milchsammelstelle weg fällt. Jetzt spielt die Milchmenge keine Rolle mehr und der Familie bleibt etwas mehr Zeit und Flexibilität. Einer der ersten Schritte vor der Anmeldung bei Bio Suisse war denn auch das Telefongespräch mit dem Milchabnehmer. 

 

Über die Umstellungsbedingungen hat sich das Betriebsleiterpaar hauptsächlich im Internet informiert. Es fand aber auch der sogenannte „Umstellungscheck“ auf dem Betrieb statt. Allerdings wurde dieser als etwas oberflächlich und zu wenig detailliert empfunden. So gab es bei der ersten, doch recht strengen, Kontrolle Anfang des Jahres einige Punkte die noch nicht perfekt waren. 

 

Als grösste Herausforderung der Umstellung bezeichnete das Betriebsleiterpaar mit einem Schmunzeln die fast dreihundert Seiten umfassenden Richtlinien von Bio Suisse. Das Motto von Marc Rohrer lautet aber „learning by doing“. In der gesamten Gemeinde gibt es zudem nur einen einzigen Bio-Betrieb, mit dem er sich austauschen könnte. 

 

Am Standort des Betriebes ist der Boden im Frühling für den Ackerbau oft zu nass, so Marc Rohrer. Gerade das Striegeln und Hacken in den Kulturen wird dadurch erschwert. Erst wenn es im Talgebiet bereits zu trocken ist, seien die Bodenbedingungen gut. Mit dem Maisanbau hat Marc Rohrer schon vor der Umstellung auf Bio aufgehört. Er möchte aber sein Futter für die Kühe möglichst selber produzieren und hat darum im vergangenen Jahr versuchsweise ein Gerste-Eiweisserbsen-Gemenge auf einer kleinen Fläche angesät. Die Eiweisserbsen sind allerdings schlecht aufgelaufen. Trotzdem will er es dieses Jahr erneut versuchen.